Tatort: Kaltes Herz

Der Kölner Tatort versucht sich immer sehr menschlich und emotionsnah zu geben. In diesem Fall ist das auch ganz gut gelungen. Zu einem gut ausgestalteten Drehbuch mit vielen Wendungen und Mordmotiven kam der typisch kölsche humane Kolorit, den Ballauf und Schenk so grandios wiedergeben können. Kleinere Ungereimtheiten, z.B. die “Oma” des Vaters, die man mit ein klein wenig Ermittlungsaufwand wohl längst gefunden hätte, fallen da nicht so stark ins Gewicht.
Besonders im Vergleich zu den jüngeren Teams zeigen sich die Vorteile der Alteingesessenen: Die Beziehung von Ballauf zu Schenk funktioniert, auch wenn die beiden nicht miteinander sprechen weiß der Zuschauer instinktiv, was in den beiden vorgeht. Auch Assistentin Franziska bekam einen kleinen Nebenplot geschenkt: Die Szene in der sie den Kommissaren weinend beicht, von einem fremden Mann schwanger zu sein, kam im Film anrührend herüber, rief auf der anderen Seite des Bildschirms aber heftigste Lachkrämpfe hervor. Und es passt natürlich auch, wenn man einen weiteren Punkt “kölsche Identifikation” mit in das Drehbuch hineinnimmt.
Ansonsten fallen mir kaum Kritikpunkte ein. Das war endlich wieder ein Tatort, bei dem man sich mit einer Flasche Bier gemütlich zurücklehnen und den Ermittlern beim Ermitteln zusehen konnte – bis auf den amüsanten Nebenplot mit Franziska richtete sich die volle Aufmerksamkeit auf den Hauptplot und da dieser zweigeteilt war (in die Suche nach dem Mädchen und die suche nach dem Mörder), kam es auch nie zu zerfahrenen oder langatmigen Stellen. Alles in allem war ich sehr zufrieden. Und ihr?
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